Kandidatenkarussell:
Berlin,27.04.2010/ts – Nach vielen Querelen und erfolgreicher Wahlanfechtung nun endlich Anfang April als VOS-Vize gewählt strebt Roland Lässig nach Höherem: Wie jetzt bekannt wurde, hat der agile Pressesprecher der größten DDR-Verfolgten-Organisation VOS (Vereinigung der Opfer des Stalinismus) jetzt seinen Hut in den Ring geworfen und sich neben Stefan Hilsberg, SPD, Christoph Koch und zwei weiteren Bewerbern um die Position des Landesbeauftragten beworben.
Lässig stößt mit seiner Bewerbung auch in der VOS auf Unverständnis, hatte doch sein Verband nach dem Rücktritt von Ruden dessen bisherigen Stellvertreter Koch favorisiert. So verlautet, VOS-Bundesvorsitzender Johannes Rink sei ausgesprochen „sauer“ auf seinen Vize, der wohl nicht zum ersten Mal sehr eigene Ziele am Verband vorbei verfolgt. So wird Lässig auch vorgeworfen, seine Bewerbung am Vorstand vorbei und gegen dessen offizielle Stellungnahme für Christoph Koch eingereicht zu haben. Außerdem gerate nun dessen Wahl zum stellvertretenden VOS-Bundesvorsitzenden in ein schiefes Licht, da die Delegierten der Generalversammlung vermutlich anders entschieden hätten, wenn sie um seine offenbar verschwiegenen Ambitionen gewusst hätten.
Ohnehin machen die Opferverbände in der Diskussion um die Neubesetzung keine gute Figur, wie Beobachter der Szene bemerken. So hatte sich der Dachverband der SED-Opfer UOKG bereits frühzeitig für den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Hilsberg eingesetzt, dessen Kandidatur u.a. auch von der Vereinigung 17. Juni unterstützt wird, während die VOS sich im Gegensatz dazu für den Ruden-Stellvertreter Koch aussprach.
Allerdings werden Ronald Lässig trotz massiver Unterstützung aus Kreisen der SPD nur geringe Chancen eingeräumt. Zwar war es Lässig besonders im Berliner SPD-Verband gelungen, Mandats- und Funktionsträger für sich zu instrumentalisieren, stieß aber letztlich wegen seiner heftig umstrittenen Vorgehensweise auch hier auf zunehmende Kritik.
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