Jahresversammlung 2010                                                                                                                                                  Demonstrativer Rückhalt für Vorsitzenden - Rücktritt abgelehnt                                                                Goldene Ehrennadel und Urkunde für Geschäftsführer André Rühring

Berlin, 18.06.2010/ts – Allen Bemühungen, die Vereinigung 17. Juni und deren Vorsitzenden im Vorfeld des diesjährigen Gedenktages an den Volksaufstand vor 57 Jahren zu diskreditieren, erteilte die Mitgliederversammlung eine deutliche Absage. Nach dem ausführlichen Rechenschaftsbericht des Vorstandes sprach die Versammlung dem Vorsitzenden Carl-Wolfgang Holzapfel ihr demonstratives Vertrauen aus. Zuvor war ein angebotener Rücktritt des Vorsitzenden einmütig abgelehnt worden. Die Entlastung erfolgte bei Enthaltung der anwesenden Vorstandsmitglieder.

In seinem Rechenschaftsbericht ging der Vorstand ausführlich auf die Aktivitäten im Berichtszeitraum ein. Dabei wurde dem Vorgehen namentlich der VOS gegen ihren einstigen stellvertretenden Bundesvorsitzenden ein breiter chronologischer Raum eingeräumt. So hatte der gegenwärtige VOS-Vorstand die Kritik an nicht gesetzeskonformen Vorgängen im Verband zum Anlass genommen, gegen den Vorsitzenden der Vereinigung 17. Juni eine Kampagne zu starten, die auch vor persönlichen Verleumdungen nicht zurück scheute. So nutzten Mitglieder des VOS-Vorstandes persönliche Verbindungen zur Familie Holzapfels in München, um Einzelheiten aus seinem Scheidungsverfahren in die Auseinandersetzungen einbeziehen zu können. Bereits vor der – nichtöffentlichen – Verkündung des Scheidungsurteils (Januar 2010) wurden im Internet im Dezember 2009 Meldungen verbreitet, die das „Platzen einer Bombe“ in Sachen Holzapfel ankündigten. Nachdem die Süddeutsche Zeitung Ende März 2010 über die Inhalte des nichtöffentlichen Scheidungsurteils berichtete, nutzte der VOS-Vorstand alle zur Verfügung stehenden Mittel aus, um unter voller Namensnennung die Begründung der Versagung eines Versorgungsausgleiches der Einzelrichterin als „Strafurteil“ zu publizieren. Die Richterin hatte in ihrer Begründung zur Ausgleichsverweigerung ausgeführt, dass sie sich die von der Ehefrau vorgetragenen Vorwürfe, Holzapfel habe in der Vor-Ehe seine Kinder missbraucht, zu Eigen mache. Das Scheidungsurteil ist noch nicht rechtskräftig (Berufung).

Die Mitglieder nahmen zur Kenntnis, dass Holzapfel mit diesen niemals zur Anklage und Verurteilung gelangten Vorwürfen stets offen umgegangen sei und bereits vor zwanzig Jahren den seinerzeitigen Vorstand der Vereinigung unverzüglich über die (erstmals in einem Scheidungs-Berufungsverfahren) vorgebrachten Vorwürfe unterrichtet hatte. Die Versammlung sah keinen Grund, in ein noch nicht rechtskräftiges Verfahren einzugreifen, gar eine Vorverurteilung vorzunehmen oder entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Mit Genugtuung wurde zur Kenntnis genommen, dass die Neuaufnahmen „allein in diesem Monat“ die zwei wegen der Vorwürfe erfolgten Austritte bereits kompensiert und übertroffen haben. Ebenfalls erfolgte Zustimmung,  dass der Vorsitzende zeitlich begrenzt Tatjana Sterneberg mit der Wahrnehmung repräsentativer Aufgaben beauftragt hat. Durch eine unaufschiebbare medizinische Untersuchung (unter Narkose) am 17. Juni sei diese Vertretung ohnehin notwendig geworden. Kamerad Dr. Walter Schöbe werde als ehemaliger Teilnehmer am Volksaufstand auf dem Friedhof Seestraße, Tatjana Sterneberg zuvor auf dem Steinplatz und vor dem Bundesministerium der Finanzen  die Vereinigung würdig vertreten. Die ursprüngliche Absicht, Klaus Gronau mit dieser Aufgabe zu betrauen, konnte nicht umgesetzt werden, da dieser sowohl aus dem Beirat wie aus dem Verein im Mai ausgeschieden war.

Mit Bestürzung nahm die Versammlung von dem gesundheitsbedingten Rücktritt ihres langjährigen Geschäftsführers André Rühring Kenntnis, der zum Zeitpunkt der Versammlung im Krankenhaus lag. Auf Vorschlag des Vorstandes wurde die Verleihung der goldenen Ehrennadel mit Urkunde an Rühring wegen dessen Verdienste um den Verein einstimmig beschlossen. Die Übergabe wird nachträglich auf der nächsten Jahresversammlung erfolgen. Die Neubesetzung (Neuwahl) wird ebenso auf die nächste Versammlung verschoben. Tatjana Sterneberg wurde mit der kommissarischen Wahrnehmung der Funktionen betraut.

Die diesjährige Jahresversammlung musste außerplanmäßig schon am frühen Nachmittag angesetzt werden, da im  Anschluss an die seit Jahrzehnten stattfindende Kranzniederlegung am einzigen originären Mahnmal des Aufstandes in Berlin-Zehlendorf (Holzkreuz)  in der Konrad-Adenauer-Stiftung auf Initiative der Vereinigung 17. Juni eine Filmvorführung stattfand. Der Film „Agenten, Provokateure und Faschisten“ von Dirk Jungnickel wurde im Vorführsaal der KAS im Bezirksteil Tiergarten mit großer Aufmerksamkeit und unter langanhaltendem Beifall aufgenommen. Einer der Protagonisten, Dr. Walter Schöbe, stellte sich in einer anschließenden Podiumsdiskussion als Zeitzeuge zusammen mit dem Regisseur den Fragen des Auditoriums.

 

V.i.S.d.P.: Tatjana Sterneberg, t.sterneberg@gmx.de, Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V.,                                    Tel.: 030-30207778